Tagesordnungspunkt

TOP Ö 7: Straßenbau;
Verkehrsberuhigter Ausbau der Schwarzbäckstraße

BezeichnungInhalt
Sitzung:23.09.2014   BWUA/003/2014 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Den Stadtratsmitgliedern wurde die Beschlussvorlage mit der Ladung übersandt.

 

Die Schwarzbäckstraße ist als verkehrsberuhigter Bereich beschildert. Grundsätzlich gilt dort Schrittgeschwindigkeit. Der Fuß- und Fahrverkehr ist gleichberechtigt. Die Straße ist ohne Gehweg ausgebaut und hebt sich durch die Pflasterung in voller Breite vom üblichen Straßenbild ab. Es grenzen mehrere Wohnanlagen an, u.a. das Seniorenhaus. Ferner besteht eine kreuzende Fußwegeverbindung von der Martin-Luther-Straße zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße.

 

Die Schwarzbäckstraße wird insbesondere während der Hauptverkehrszeiten vom Durchgangsverkehr zur Umfahrung des Marktplatzbereichs und als Abkürzung von der Glonner Straße in die Wohngebiete an der Schloßstraße genutzt.

 

Es gibt seit Jahren Beschwerden über hohes Verkehrsaufkommen und erhöhte Geschwindigkeiten. Deshalb wurden bereits einzelne Verbesserungsmaßnahmen unternommen. Die Verkehrsbeschilderung wurde auf Augenhöhe versetzt und mit erläuternder Zusatzbeschilderung versehen. Auf Höhe von Haus-Nr. 18 wurde eine Pflanzinsel zur Fahrbahneinengung errichtet. Die Situation hat sich dadurch aber nicht wesentlich verbessert.

 

Die gemessene Verkehrsbelastung für beide Fahrtrichtungen durch Kraftfahrzeuge beträgt zu den Spitzenstunden am Vormittag und spätnachmittags 45-50 Fahrzeuge pro Stunde. Die maximal gemessene Belastung lag bei 74 Fahrzeugen pro Stunde gegen 17:00 Uhr. Die am häufigsten festgestellten Geschwindigkeiten lagen zwischen 25 km/h und 30 km/h.

 

Es wurde mit der Polizeiinspektion Ebersberg eine Ortseinsicht durchgeführt, bei der Verbesserungen zur Verkehrsberuhigung und die Möglichkeit von Geschwindigkeitsmessungen besprochen wurden.

Geschwindigkeitsmessungen sind bei der derzeitigen Beschilderung nicht durchführbar, weil der Mindestabstand der Messstelle von dem geschwindigkeitsbeschränkenden Verkehrszeichen nicht eingehalten werden kann. Der Abstand beträgt in der Regel 200 Meter, in Ausnahmefällen (Seniorenhaus) 100 Meter.

Die gefahrenen Geschwindigkeiten werden sich nur dann reduzieren, wenn die Straße auch tatsächlich verkehrsberuhigt ausgebaut ist. Dies kann durch Fahrbahneinengungen mit wartepflichtigen Bereichen erreicht werden. Die derzeit angedeuteten Verengungen verhindern den Begegnungsverkehr nicht, weil die angrenzenden Grünstreifen ebenerdig überfahren werden können. Auch die bestehende Pflanzinsel ist nicht geeignet, den Verkehrsfluss wirksam einzuschränken. Ferner bedarf es einer einheitlichen Gestaltung des Kreuzungsbereichs an den Fußwegen. Die derzeitige (schadhafte) Pflasterung führt zu einer optischen Trennung von Fahrbahn und Fußverkehr; dies vermittelt den Eindruck, dass der Fahrverkehr bevorrechtigt wäre.

 

Konkret sind folgende Maßnahmen vorgesehen:

1.    Schmale Fahrbahneinengung mittels Hochbord-Grüninsel (Richtung Klausenweg) auf Höhe Haus Nr. 8, Restfahrbahnbreite 3,50 Meter

2.    Breite Fahrbahneinengung mittels Hochbord-Grüninsel (Richtung Klausenweg) auf Höhe Haus Nr. 8, Restfahrbahnbreite 3,50 Meter

3.    Verbreiterung der Fahrbahneinengung mittels Hochbord-Grüninsel (Richtung Glonner Straße) auf Höhe Haus Nr. 18, Restfahrbahnbreite 3,50 Meter

4.    Anpassung des Pflasterbelags im Bereich der kreuzenden Fußwege (ca. bis zum Beginn des Seniorenhauses)

5.    Fahrbahneinengungen mittels Hochbord-Grüninseln im gesamten Bereich der kreuzenden Fußwege, Restfahrbahnbreite 3,50 Meter

 

Die Kostenschätzung für die Umbaumaßnahme beläuft sich auf 20.393,63 €. Einer Ausschreibung bedarf es nicht; die Maßnahme kann im Wege des bereits vergebenen Rahmenvertrags für Straßenbauarbeiten durchgeführt werden. Eine Straßenausbaubeitragspflicht für die Anlieger entsteht nicht. Die Ausbaumaßnahmen sind insbesondere im Kreuzungsbereich mit dem Kommandanten der örtlichen Feuerwehr abgesprochen, um mögliche Einsätze nicht zu behindern.

 

Sofern Geschwindigkeitsmessungen erforderlich werden, empfiehlt sich unter Auflösung des verkehrsberuhigten Bereichs in der Schwarzbäckstraße eine durchgehende Geschwindigkeitsbeschränkung für den Hans-Eham-Platz und die Schwarzbäckstraße auf 20 km/h mit einer Beschilderung, wie sie auch in verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen Anwendung findet.

 

In der anschließenden Diskussion erachteten einige Ausschussmitglieder die Ausbaumaßnahmen als falschen Weg, weil durch zusätzliche Straßenverengungen die Lärmbelästigung durch bremsende und wieder beschleunigende Fahrzeuge zunehmen könnte. Bereits jetzt verursache das Kopfsteinpflaster Lärm. In der weiteren Beratung wurde der Vorschlag unterbreitet, die Verengungen erstmals probeweise anzubringen. Abschließend einigte man sich dann mehrheitlich darauf, die Straßenverengungen, wie von der Verwaltung vorgestellt, in Auftrag zu geben sofern als Straßenbelag kein Kopfsteinpflaster gewählt wird.

 


Nach Sachvortrag und kurzer Diskussion beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss mit allen gegen 3 Stimmen, dem verkehrsberuhigten Ausbau der Schwarzbäckstraße mit geschätzten Kosten von 20.393,63 € ohne Verwendung von Kopfsteinpflaster die Zustimmung zu erteilen.