Tagesordnungspunkt

TOP Ö 11: Grundschule Grafing Ausbau zur Ganztagsschule;
Ergebnis der Voruntersuchung zur räumlichen Erweiterung für die Umsetzung der "gebundenen Ganztagsschule";
Finanzierungsgrundlage

BezeichnungInhalt
Sitzung:23.09.2014   BWUA/003/2014 
DokumenttypBezeichnungAktionen

 

Eingangs wurde von der Sitzungsleiterin auf die mit der Ladung an die Stadtratsmitglieder versandte Beschlussvorlage verwiesen. Ferner wurde die Vorgeschichte zur räumlichen Erweiterung für die Umsetzung der „gebundenen Ganztagsschule“ kurz erläutert. Im Anschluss daran übergab die Erste Bürgermeisterin das Wort an die Verwaltungsvertreterin zur Vorstellung der aktuellen Ergebnisse.

 

Für die Umsetzung der „gebundenen Ganztagsschule“ als Bildungsangebot an unserer Grundschule ist die Schaffung weiterer Betreuungsräume notwendig. Eine Ganztagsschule erfordert veränderte Unterrichtsgestaltung, wenn Schüler den ganztägigen Unterricht mit Gewinn erleben sollen. Das bedeutet ein Rhythmisieren des Unterrichts: Anstrengung und Erholung, Bewegung und Ruhe, kognitive und praktische Arbeitsphasen gelenktes Arbeiten und Selbsttätigkeit, individuelles Arbeiten und Arbeiten in der Gruppe.

Zusätzlich zum „klassischen Unterrichtszimmer“ sind weitere Räume notwendig, um dieser Schulform gerecht zu werden. Zum wesentlichen Bestandteil der gebundenen Ganztagsschule gehören Bereiche für Ruhe und Freizeit, sowie Spiel, Sport und Bewegung.

 

Aktuell gibt es eine Ganztagsklasse, welche zwei Klassenräume nutzt: ein Raum für den Schulunterricht, einen zweiten Raum für Differenzierung, Erholung, Spielen und Gruppenarbeit. Zunächst ist dieser Raum aufgrund einer geringeren Gesamtschülerzahl frei.

Diese Raumnutzung stellt jedoch keine Dauerlösung dar, sobald die Schülerzahl steigt, bzw. weitere Ganztagsklassen hinzukommen muss dieser Raum wieder zum Unterrichtsraum umfunktioniert werden. Dieses Thema wird im Abschnitt Raumbelegung näher betrachtet.

 

Gemeinsam mit der Schulleitung und unter Berücksichtigung des pädagogischen Konzepts wurde der Bedarf an zusätzlichen Fachräumen ermittelt, auch im Hinblick darauf, ob vorhandene Räume multifunktional genutzt werden können.

 

Dringend erforderlich sind eine Bücherei mit ruhigem Lesebereich, eine Lehrküche und zwei Gruppenräume. Grundsätzlich hängt jedoch der Raumbedarf von der zu erwartenden Schülerzahl im Ganztagsbetrieb ab. Soll der Ausbau einzügig oder gar zweizügig erfolgen, bis hin zum Ausbau des Ganztagsangebots auf das 3-Typen Modell mit „gebundener und offener Ganztagsschule“ und „Halbtagsschule mit Hort“.

 

Betrachtet man die räumliche Situation des gesamten Schulbetriebs fehlen allerdings weitere Räume, wie Kleingruppen- und Differenzierungsräume, ein Mehrzweckraum und ein weiteres Musikzimmer. Zur Differenzierung werden teilweise die Umkleideräume genutzt. Erstrebenswert wäre die Schaffung eines Medienraums, da dieser derzeit in einem Containeranbau untergebracht ist.

 

Die aufgezeigten Räume aus dem Raumprogramm zum Ausbau der Ganztagsschule könnten auch von den Regelklassen genutzt werden.

 

Vorberatung:

Der Stadtrat hat im Jahr 2009 den Umsetzungsbeschluss für die gebundene Ganztagesschule gefasst und im Jahr 2011 den Bau der Mensa zur Schulverpflegung als Gemeinschaftsprojekt durch den Landkreis beschlossen. Zuletzt befasste sich der Stadtrat in der Sitzung am 11.03.2014 mit dem Ergebnis der Voruntersuchungen für die Schaffung der notwendigen Betreuungsräume an der Grundschule. Die Entscheidung über die dort gegenüber der Alternative „Neubau Forellenstraße“ favorisierte Aufstockung des Schulgebäudes wurde vor allem aus Kostengesichtspunkten zurückgestellt. Die Verwaltung wurde mit der Überprüfung alternativer Standorte bzw. bevorzugt ebenerdiger Möglichkeiten zur Deckung des Raumbedarfs der Ganztagesschule beauftragt; dabei waren insbesondere ein Neubau auf einer geeigneten Fläche innerhalb des Schulgeländes, ein Neubau oberhalb der Wandelhalle, ein Verlängerungsbau des Querbaus bis hin zur Turnhalle und ein Verbindungsgeschoss zwischen Grund- und Mittelschule abzuklären. Die Prognosen für die Schülerzahlen sowie der konkrete Raumbedarf in m² waren mit einzuarbeiten.

 

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die neu zu schaffenden Räume im Schulgebäude untergebracht werden sollen. Daher wird zuerst der Grundschulkomplex mit Raumverteilung betrachtet.

 

 

Gebäudetyp

 

Der Grundschulbau, ein 4-geschossiger Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von 4.638 m² besteht aus einem Langbau mit Querriegel (Kopfbau) im Westen (Baujahr 1954) und einem Turmanbau im Nord-Osten. Der Langbau und der Querriegel im höher gelegenen Erdgeschoss (Hochparterre) sind komplett unterkellert (Tiefparterre). Das Gebäude verfügt über drei vertikale Erschließungen, zum einem das in der Mitte des Langbaus gelegene Haupttreppenhaus sowie ein Treppenhaus im westlichen Verwaltungstrakt und ein Treppenhaus im östlichen Gebäudeteil. Die Erschließung des Untergeschosses (Tiefparterre) erfolgt über separate Treppenabgänge, eines im Ostteil und ein weiteres im Westteil des Langbaus. Das Schulgebäude ist nicht barrierefrei nutzbar.

 

An der Südseite des Langbaus befinden sich auf 3 Geschossen je 5 Klassenzimmer mit Garderobe. Der dazugehörige Erschließungsgang erstreckt sich über die komplette Nordseite des Langbaus.

 

Der 1995 entstandene Turmanbau wurde in versetzter Bauweise zum Langbau, ohne Untergeschoss errichtet. Der so genannte Halbstock wird über das Ost-Treppenhaus mit entgegengesetzten Ausläufern erreicht, wobei als Zugang zum Halbstock ein kleiner Zwischengang dient.

 

Das Dachgeschoss ist nicht ausgebaut und wird nur über das Haupttreppenhaus erschlossen.

 

Für die gesamte Anlage stehen zwei WC-Stränge zur Verfügung (UG bis 2. OG). Ein Strang befindet sich mit Schüler-WC, Lehrer-WC und Behinderten-WC im Verwaltungstrakt, dem Querriegel des Gebäudes. Die zweite Einheit befindet sich im Ostteil des Langbaus.

 

Bevor über eine Umnutzung bzw. die Erweiterung des Schulgebäudes nachgedacht wird, soll vorab der Zustand des Gebäudes betrachtet und notwendige Sanierungsmaßnahmen erörtert werden.

 

 

Zustand des Gebäudes

 

Der Langbau mit Querriegel (Kopfbau) wurde 1954 errichtet. Eine energetische Sanierung des Gebäudes ist dringend zu empfehlen. Bislang erfolgte eine schrittweise Teilsanierung des Querbaus. Die Süd- und Westseite wurde 2003 wärmegedämmt. Der Ausbau der Glasbausteinelemente im Treppenhaus mit dem Einbau einer Wärmeschutz-Isolierverglasung erfolgte im vergangenen Jahr.

Die komplette Dachdeckung wurde 2008 erneuert. Das Dachgeschoss ist nicht ausgebaut, bislang erfolgte nur in Teilbereichen eine Dämmung des Bodens.

 

Ebenso wurde das Gebäude im Bereich TGA Elektrotechnik sowohl in Hinsicht auf den Brandschutz, als auch energetisch saniert (Verkabelung, tageslichtabhängige Präsenzsteuerung der Beleuchtungsanlage in den Klassenräumen und Gängen etc.).

 

Die Sanierung der gesamten WC-Anlage (West- und Ost-Strang) findet mit den Arbeiten am Ost-Strang in diesem Jahr ihren Abschluss.

 

Die Heizungsanlage wurde im Jahr 1997 komplett erneuert und an das Fernwärmenetz Schulzentrum (über Hauptschule und Turnhalle) angeschlossen.

Lediglich der Containeranbau wird elektrisch beheizt und erzeugt hohe Betriebskosten. Entweder sollte der Container an die Wärmeleitung der Grundschule angeschlossen werden oder im Rahmen einer Erweiterung der Schule komplett aufgegeben werden.

 

 

Energetische Sanierungsmaßnahmen

 

Zwingend sanierungsbedürftig ist die gesamte Nordseite des Gebäudes (Langbau und Querbau) sowie im zweiten Schritt die Süd- und Ostseite.

 

Die an der Nordseite gelegenen Gangbereiche des Untergeschosses zeigen an den Außenwänden, aber zum Teil auch an den Innenwänden, Feuchteschäden, Salzschäden und Schimmelbefall auf.

Eine im Jahr 2010 veranlasste Untersuchung von Baustoffproben ergab im Gesamtergebnis eine kapillare Durchfeuchtung von 50 % der erdberührenden Bauteile. Es wurde eine vertikale Innenabdichtung mit flankierenden Maßnahmen ohne zwingend notwendige Horizontalabdichtung empfohlen.

 

Eine erst kürzlich durchgeführte Feuchtigkeitsmessung mittels Aktiv-Elektrode hat im gesamten Bereich der Kelleraußenwand bis zu 50 cm oberhalb des Fußbodens ein Ergebnis von 140 bis 150 Digits gezeigt. Gemäß Anzeigenwerte (Digits) in Abhängigkeit von der Material-Rohdichte ergeben die Messergebnisse für Baustoffe mit einer Rohdichte über 1.800 kg/m³, in unserem Fall die Betonaußenwände einer Durchnässung der Wandbauteile bis 50 cm über Fußboden.

 

Je größer die kapillare Sättigung des Baustoffes, desto schlechter ist die Wärmedämmwirkung. Die erhöhte relative Luftfeuchte im Tiefparterre führt zudem zu vermehrter Schimmelbildung und einem ungesunden Raumklima.

Durch die entstehende Feuchtigkeit in den Räumen des Untergeschosses steigt die Gefahr von Infektionen und gesundheitlichen Schäden, zudem wird die Behaglichkeit erheblich gestört.

 

Die empfohlene Sanierung der Wandinnenflächen mit Einbau einer vertikalen Innenabdichtung ohne nachträgliche Horizontalabdichtung ist kritisch zu betrachten.

 

Bei dieser Vorgehensweise wird die Änderung der bauphysikalischen Eigenschaften der Außenwand außer Acht gelassen. Die Wärmedämmfähigkeit der Wand verringert sich, da weiterhin Feuchtigkeit in die Wand eindringt und kapillar nach oben steigen kann, sofern keine Horizontalabdichtung unter der Kellerdecke eingebracht wird. Es ist dringend zu überlegen eine fachgerechte Sanierung von außen und innen mit außenliegender Wärmedämmung vorzunehmen, wenn weiterhin die Kellerräume als Aufenthaltsräume genutzt werden sollen.

 

Ebenso scheint es sinnvoll, die Dämmung auch im Erdgeschoss und den Obergeschossen der Nordfassade weiterzuführen.

 

Eine Außendämmung der erdberührenden Wandbauteile an der Südfassade, sowie der Austausch der Fenster im Schulgebäude beginnend im Untergeschoss sind ebenfalls notwendig. Die Fensterelemente sind teilweise noch im Originalzustand 1954, jedoch alle älter als Baujahr 1989.

 

Die Energieverluste durch die Belüftung des Gebäudes lassen sich durch den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduzieren, was gleichzeitig die Luftqualität (CO2-Gehalt in den Klassenräumen) im Haus stark verbessern würde.

Derzeit ist zur Verbesserung der Raumluftqualität in zwei Räumen des Untergeschosses (Mittagsbetreuung) eine Lüftungsanlage eingebaut. Der Einbau einer Lüftungsanlage in den Räumen des Untergeschosses wird derzeit geprüft. Für die Klassenräume wäre dies ebenfalls zu prüfen.

 

Zusammenfassend ist zu erklären, dass eine energetische Sanierung in Anlehnung an das Energieeinsparkonzept von 2009 zeitnah umgesetzt werden sollte.

 

 

Bauliche Maßnahmen

 

Das gesamte Schulgebäude mit einer Nutzung über 4 Vollgeschosse ist nicht barrierefrei zugänglich. Daher ist der Einbau einer Aufzugsanlage sinnvoll. Bei Betrachtung des Gebäudekomplexes erscheint die vertikale Erschließung über einen Aufzug im Bereich der Nordfassade am geeignetsten. Damit wäre eine Einbindung der Hauptschule mit kurzen Wegen ebenfalls möglich.

 

Übersicht der notwendigen baulichen Maßnahmen:

 

  • Sanierung Untergeschoss
  • Fassadensanierung Nord (Dämmung + Fenster)
  • Fassadensanierung Süd (Dämmung + Fenster)
  • Fassadensanierung Ost (Dämmung + Fenster)
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Dämmung des DG fertigstellen
  • Aufzugsanlage
  • Pausenhofgestaltung

 

Die Investitionskosten für eine Aufzugsanlage liegen bei ca. 130.000 Euro. Für die Sanierung des Untergeschosses sowie die Fassadensanierung der kompletten Gebäudehülle (mit Ausnahme der Süd- und Westseite des Kopfbaus) müssen ca. 550.000 Euro berücksichtigt werden.

 

Hinweis: Für den Zeitraum der baulichen Maßnahmen muss die Verkehrserziehung umgelagert werden. Eine zeitlich begrenzte Umverlegung auf den Verkehrsübungsplatz nach Vaterstetten ist nach Auskunft der Polizei Ebersberg nicht mehr möglich. Es besteht die Möglichkeit der Schaffung eines Ausweichplatzes in Grafing oder der Umzug nach Ebersberg. Die Schaffung eines Ausweichplatzes in Schulnähe wird aktuell untersucht.

 

 

Nutzungseinheiten

 

Zu den Nutzungseinheiten und der Belegung des Grundschulgebäudes ist eingangs Folgendes zu erläutern:

 

Folgende Nutzungseinheiten sind derzeit im Schulgebäude untergebracht:

Halbtagsschulklassen (Regelklassen), gebundene Ganztagsklasse, Mittagsbetreuung, welche vom Prinzip einer „offenen Ganztagsklasse“ gleicht.

Zudem wurde der Ostteil des Dachgeschosses von den Amateurfunkern genutzt, die Lagerflächen wurden allerdings zwischenzeitlich komplett geräumt.

 

Der 3-geschossige Langbau verfügt insgesamt über 15 Klassenräume (5 je Geschoss á 70 m²), im Querbau befinden sich der Verwaltungstrakt und die WC-Anlagen. Mit dem Turmanbau konnten 4 weitere kleinere Klassenräumen (á 50 m²) geschaffen werden. Somit stehen der Schule derzeit 19 Klassenzimmer zur Verfügung. Im Untergeschoss der Grundschule sind zwei WTG-Räume, zwei kleinere Differenzierungsräume und ein Musikzimmer untergebracht.

Die Ganztagsklasse nutzt aktuell wie eingangs erläutert 2 Klassenräume.

 

Der Verein der Mittagsbetreuung belegt ca. 350 m² des Untergeschosses. 150 Kinder sind in der Mittagsbetreuung angemeldet, wobei in einer Kernzeit von 2 Stunden zwischen 58 und 100 Kinder betreut werden.

 

Hier stehen ein Ess- und Hausaufgabenraum mit Küchenzeile (75,00 m²), 2 Spielräume (50 m²) ein Bastelzimmer und ein Ruheraum (150 m²) zur Verfügung. In der Hausaufgabenzeit wird noch zusätzlich ein Differenzierungsraum (30 m²) der Grundschule genutzt. Mit Nebenflächen wie Umkleide, WC und Fluren hat die Mittagsbetreuung einen Raumbedarf von 500 m².

 

 

Raumbelegung

 

Um die Raumkapazität der Grundschule für die nächsten Jahre aufzuzeigen, muss die Gesamtschülerzahl betrachtet werden. Abhängig von Geburtenraten und Schuleinschreibungen sind Jahresschwankungen zwischen 350 und 550 Kindern möglich. Das bedeutet durchschnittlich 450 Kinder pro Schuljahr. Die vom Schulamt festgelegte maximale Klassenstärke liegt bei 28 Kindern. Im Schnitt werden Klassen mit einer Klassenstärke von 22 bis 26 Kindern gebildet. In der Regel bedeutet dies die Bildung von 4 bis 5 Klassen pro Jahrgang.

 

Wie bereits im Abschnitt Nutzungseinheiten nachgewiesen wurde, verfügt das Schulgebäude über 19 Klassenräume.

 

Für das Schuljahr 2014/2015 sieht die Belegung der Räume folgendermaßen aus:

Jahrgangsstufe 1       4 Klassen (1 Ganztagsklasse, 3 Regelklassen)

Jahrgangsstufe 2       4 Klassen (4 Regelklassen)

Jahrgangsstufe 3       4 Klassen (1 Ganztagsklasse, 3 Regelklassen)

Jahrgangsstufe 4       5 Klassen (5 Regelklassen)

 

Die Ganztagsklassen belegen zwei Räume, einen Klassenraum (70 m²) und einen Ausweichraum im Turmanbau (50 m²), so dass im Schuljahr 2014/2015 die vorhandenen 19 Klassenräume komplett belegt sind.

 

Eine Prognose für das Schuljahr 2015/2016 (ermittelt aus Geburtenrate und Rückstellungen) stellt folgende Zusammensetzung der Klassen dar:

Jahrgangsstufe 1       5 Klassen (1 Ganztagsklasse, 4 Regelklassen)

Jahrgangsstufe 2       4 Klassen (1 Ganztagsklasse, 3 Regelklassen)

Jahrgangsstufe 3       4 Klassen (4 Regelklassen)

Jahrgangsstufe 4       4 Klassen (1 Ganztagsklasse, 3 Regelklassen)

 

Sollte es zur Bildung einer Ganztagsklasse der ersten Jahrgangsstufe kommen, fehlt der Ausweichraum. Somit müssten sich drei Ganztagsklassen zwei Ausweichräume teilen. Die Jahrgangstufe 2 hat derzeit Klassenstärken mit mindesten 26 bis hin zu 28 Kindern. Bei eventuellen Zuzügen müsste dieser Jahrgang um eine fünfte Klasse erweitert werden. Kommt es in den Folgejahren zur Bildung von weiteren 5 Klassen pro Jahrgangsstufe, sind die vorhandenen Räume in ihrer Anzahl nicht ausreichend.

 

Bei Betrachtung der Schülerentwicklung bis zum Jahr 2020/21 ist nicht mit einem Rückgang der Schülerzahlen zu rechnen. Aus der aktuellen Statistik der Geburtenjahrgänge bis 2014 (Stand vom 01.09.2014) lässt sich für die Einschulungen bis 2020, unter Berücksichtigung der derzeit festgelegten Klassenstärken, nach wie vor die Bildung von 4 bis 5 Klassen pro Jahrgangsstufe prognostizieren.

 

Die demografische Entwicklung Grafings, hinsichtlich der Zuzüge, ist in diesen Hochrechnungen nicht berücksichtigt. Betrachtet man die Bebauungsentwicklung Grafings bis zum Jahr 2020, so muss mit Umsetzung der „Wolfschlucht“, der Bebauung des ehemaligen Brauereigeländes an der Rotter Straße, dem BayWa-Gelände, der Baufortsetzung an der Nettelkofener Straße und der Baugebietserschließung an der Aiblinger Straße mit einem Bevölkerungswachstum gerechnet werden. Zudem ist weiterhin mit einer Verdichtung der Bestandsbebauung zu rechnen.

 

 

Lösungsansätze

 

Eingangs ist hinsichtlich der Förderfähigkeit der Baumaßnahme „Erweiterung der Grundschule zur Ganztagsschule“ Folgendes zu erläutern:

 

Der zuschussfähige Bauaufwand errechnet sich bei Neubauten und größeren Erweiterungsbauten in der Regel aus „Programmfläche (Hauptnutzflächen)“ × „Kostenrichtwert (Vorgaben der FA-ZR)“. Die Außenflächen, Verkehrsflächen, die Sanitärbereiche etc. sind nicht gesondert förderfähig, sondern werden pauschal mit dem Zuschuss abgegolten.

 

Festsetzung von Kostenrichtwerten (Stand 1. Januar 2013)

 

FA-ZR

 

Kostenrichtwert in Euro

 

Schulgebäude je m²

zuweisungsfähige Hauptnutzfläche

 

 

3.533 Euro

 

Gemäß dem von der Regierung festgelegten, förderfähigen Raumprogramm für die Grundschule stehen der Stadt Grafing noch ca. 440 m² zu einem Fördersatz FAG von ca. 35 v.H. Fördermittel zur Verfügung. Zu nennen sind z.B. ein Mehrzweckraum mit 90 m², ein Bibliotheksraum mit 80 m², drei Gruppenräume zu je 24 m², ein EDV-Raum mit 60 m², ein Raum für die Schulverwaltung mit 39 m², ein Stuhllager mit 27 m², eine Hausmeisterwerkstatt mit 16 m² etc..

 

Speziell für die Schaffung der notwendigen Räume für die Ganztagsklassen (Differenzierungsräume) stehen der Stadt Grafing noch ca. 160 m² zu einem erhöhten Fördersatz FAGplus15, also Fördermittel von 50 v.H. zur Verfügung.

 

Um dem Raumbedarf für die Umsetzung der „gebundenen Ganztagsschule“ nachzukommen gibt es zwei Lösungsansätze, die nachfolgend betrachtet werden:

 

1.   Umnutzung vorhandener Räume im UG (verbunden mit Umzug der Mittagsbetreuung)

1.1 Neubau Solitärgebäude auf dem Schulgelände (neben Mensa)

1.2 Neubau Kindertagesstätte Forellenstraße in Bauabschnitten

 

2. Bauliche Erweiterung des Schulgebäudes

2.1 Aufstockung des Dachgeschosses

2.2 Profilgleicher Anbau an Nordfassade

 

Hinweis: Sowohl bei einer baulichen Erweiterung, als auch bei einer Umnutzung vorhandener Räume im Untergeschoss muss die eingangs erwähnte notwendige energetische Sanierung der Nordfassade und der Einbau der geforderten Aufzugsanlage berücksichtigt werden.

 

Eine Voraussetzung für die Umsetzung dieser Maßnahmen (Nr. 2) ist die Umverlegung der Verkehrserziehung.

 

Zu beachten ist auch, dass der Pausenhof als Nachweis der notwendigen Stellplätze für die Dreifachturnhalle (Doppelnutzung außerhalb des Schulbetriebes) bestimmt wurde.

 

 


Umnutzung vorhandener Räume im UG

 

Bei einer Umnutzung vorhandener Räume im Untergeschoss des Schulgebäudes für die Zwecke der Ganztagsschule ist eine Umlagerung der Mittagsbetreuung Voraussetzung.

 

Die derzeit von der Mittagsbetreuung genutzten Räume entsprechen nahezu ideal dem von der Schulleitung erarbeiteten Raumprogramm der Ganztagsschule. Allerdings bildet diese Aufstellung lediglich den notwendigsten Bedarf der nächsten 4 Jahre ab, fehlen würden nach wie vor kleinere Gruppen- und Differenzierungsräume, ein Mehrzweck- und Bewegungsraum, sowie der Medienraum (Klassenzimmer Nr. 20), welcher nach wie vor in einem Containeranbau untergebracht ist.

 

Auch hierbei ist nochmals auf die notwendige Sanierung der Kellerräume hinzuweisen, die derzeit kein für Aufenthaltsräume geeignetes Raumklima aufzeigen.

 

Für die Umlagerung und damit Schaffung freier Räume im Untergeschoss werden nachfolgend zwei Möglichkeiten betrachtet.

 

 

1.1  Neubau Kindertagesstätte Forellenstraße in Bauabschnitten

Eine Möglichkeit für die Unterbringung der Mittagbetreuung ist ein Neubau auf stadteigenem Grund in der Forellenstraße.

 

Da sich wie bereits schon länger bekannt ein erhöhter Betreuungsbedarf für Hortkinder aufzeigt und zukünftig mit Engpässen für Kinderkrippen- und Kindergartenplätze zu rechnen ist, wird der Neubau einer Kindertagesstätte an der Forellenstraße vorbereitet (vgl. Beschluss des Stadtrates vom 23.07.2013, TOP 3, Bebauungsplanaufstellungsbeschluss). Dort könnten notwendige Hortplätze geschaffen werden sowie ein Kindergartenneubau, welcher es ermöglicht, den angemieteten Kindergarten in der Rotter Straße aufzugeben. Denn auch hier sind zwingend Sanierungsmaßnahmen der Bausubstanz notwendig, welche aktuell noch vom Vermieter geprüft werden. Das Grundstück Forellenstraße mit 4.600 m² bietet aufgrund seiner Lage die günstige Gelegenheit zur Schaffung verschiedener Kindertagesseinrichtungen, die dann abschnittweise (bedarfsorientiert) realisiert werden sollen.

 

Die Schaffung der notwendigen Betreuungseinrichtungen könnte mit einem Neubau für die Mittagsbetreuung verbunden werden. Das notwendige Bauleitplanverfahren zur Schaffung der Bebauungsvoraussetzungen kann zeitgerecht umgesetzt werden.

 

Der Kostenrahmen für eine Gebäudeeinheit mit einer Betreuungsmöglichkeit von ca. 150 Kindern und einer Nutzfläche von 1.000 m² liegt bei ca. 2,90 Millionen Euro.

 

Fazit: Da parallel zum Ausbau der Ganztagsschule das Projekt Forellenstraße von der Stadt Grafing auf den Weg gebracht wird, wäre ein Neubau für die Mittagsbetreuung relativ schnell ohne Beeinträchtigung des Schulbetriebs abzuwickeln.

Für diese Variante ist allerdings eine staatliche Förderung nicht zu erwarten, da bereits die Fördermittel für den Ausbau einer Mittagsbetreuung an der Grundschule mit der Umbaumaßnahme des Untergeschosses ausgeschöpft wurden. Zudem müsste die seit Jahren etablierte Einrichtung der Mittagbetreuung das Schulgelände verlassen.

 


 

 

1.2 Neubau Solitärgebäude auf dem Schulgelände (neben Mensa)

Eine Möglichkeit die Mittagbetreuung auf dem Schulgelände unterzubringen wäre ein Neubau zwischen Mensa-Gebäude und Dreifachturnhalle.

 

Textfeld: DFTH
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Derzeit befindet sich dort das ehemalige Hausmeisterhaus, welches von einer Kleingruppe von Schülern des Sonderförderzentrums genutzt wird. Zudem ist das Grundstück nicht im Alleineigentum der Stadt Grafing, sondern im Gemeinschaftseigentum mit dem Landkreis Ebersberg. Der Eigentumsanteil (Bruchteilseigentum) der Stadt beträgt 36/107. Es werden zwar Gespräche über die Neuordnung der Eigentumsverhältnisse mit dem Landkreis mit dem Ziel geführt, dass die Stadt über diese Teilfläche verfügen kann. Eine schnelle Lösung ist hier aber nicht zu erwarten. Denkbar wäre aber auch ein gemeinschaftliches Bauvorhaben mit dem Landkreis Ebersberg. Dazu könnte entsprechend des Mensa-Gebäudekomplexes ein 2-geschossiger Spiegelbau erstellt werden. Wobei Räume dem Landkreis zur Verfügung gestellt werden müssten.

 

Der Kostenrahmen für einen 2-geschossigen Spiegelbau liegt für die entstehende Nutzfläche von ca. 800 m² bei 2,32 Millionen Euro.

 

Fazit: Voraussetzung für eine zeitnahe Umsetzung der baulichen Maßnahmen ist vorab eine Einigung mit dem Landkreis.

Erschwerend kommt hinzu, dass eine staatliche Förderung nicht zu erwarten ist, da bereits die Fördermittel für den Ausbau einer Mittagsbetreuung an der Grundschule mit der Umbaumaßnahme des Untergeschosses ausgeschöpft wurden.

 


Bauliche Erweiterung des Schulgebäudes

 

2.1   Aufstockung des Dachgeschosses

Bei der Betrachtung einer Gebäudeaufstockung um ein Vollgeschoss, ergeben sich 2 Varianten:

1)  Aufstockung DG komplett

2)  Aufstockung West-Flügel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Variante 1 - Aufstockung des kompletten Dachgeschosses:

Ausgegangen wird von einer Aufstockung um ein Vollgeschoss über den kompletten Langbau und Kopfbau des Schulgebäudes. Für die Aufstockung des Dachgeschosses mit einer zu überbauenden Komplettfläche von 1.200 m² ergibt sich ein Kostenrahmen von 3,9 Mio. Euro, welcher auch die dringend benötigte Aufzugsanlage beinhaltet.

 

Variante 2 - Aufstockung Teilbereich Westflügel:

Ausgehend von einem zukünftigen Komplettausbau des Dachgeschosses präsentiert sich diese Variante als erster Bauabschnitt. Hierbei wird die Aufstockung um ein Vollgeschoss im ersten Teilabschnitt bis zum mittleren Treppenhaus betrachtet (Kopf- und Langbau). Wobei auch hier die notwendige Aufzugsanlage berücksichtigt wird. Es wird für diese Möglichkeit eine Fläche von 800 m² überplant. Davon werden 600 m² überbaut und im Bereich des Verwaltungsbaus (Querriegel) entsteht eine Dachterrasse (denkbar Solar-Terrasse). Der Kostenrahmen für die Aufstockung des Teilbereiches Westflügel liegt bei 1,95 Mio. Euro.

 

 

Bei Variante 1 und 2 müssen die Treppen (bauliche Rettungswege) nachgerüstet werden, die Kosten für die Aufstockung liegen deutlich höher als die Kennwerte für einen Neubau.

 

Fazit: Die entstehenden Flächen sind für den Zweck der Ganztagsschule ausreichend und zudem zukunftssicher. Die Mittagsbetreuung muss nicht ausgelagert werden. Allerdings müssen die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen an der Nord- und Südfassade (WDVS+Fenster), sowie die Sanierung des Untergeschosses zusätzlich erfolgen. Somit entstehen weitere Kosten in Höhe von 550.000 Euro.


 

2.2   Profilgleicher Anbau an Nordfassade

Betrachten wir die zweite Möglichkeit der baulichen Erweiterung - den Anbau an der Nordseite. [Diese Variante wurde schon - in abgewandelter Form - in einer ursprünglichen Bedarfsanalyse (Machbarkeitsuntersuchung) vom Architekturbüro Beslmüller betrachtet, ist dann aber aufgrund der zu geringen Raumgrößen bzw. der Auswirkungen auf den Schulhof (Verkehrsübungsplatz) wieder verworfen worden und deshalb auch bei der letzten Vorberatung im Stadtrat am 11.03.3014 nicht mehr in Erwägung gezogen worden].

 

Betreuungs- und Fachräume könnten über einen Anbau an die Nordfassade des Langbaus entstehen. Dabei wird eine optische Schließung des Querriegels im westlichen Teil mit dem Vorbau im Osten erreicht. Angedacht ist ein mehrgeschossiger Anbau, welcher in Teilbereichen offen sein kann (Erdgeschoss). Vor- und Rücksprünge an der Fassadenfront lassen Räume mit einer Tiefe von 4 bis 7 Metern entstehen.

 

Textfeld: Kopfbau
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der Zugang zu den neuen Räumen erfolgt geschossweise über den vorhandenen Erschließungsgang im Langbau, in welchem zudem Zonen zwischen den Räumen entstehen, die für die „kurze Pause“ genutzt werden können. Verkehrsflächen werden zu Erlebnisflächen. Mit variablen Wandsystemen könnten Räume zur Verkehrsfläche geöffnet oder geschlossen werden.

 

Der Kostenrahmen (Investitionskosten KG 200-700) für den Anbau von drei Vollgeschossen mit Kellergeschoss (Gesamtnettogeschossfläche 1.200 m²) liegt bei 3,72 Mio. Euro. Abhängig von Aussparungen, Öffnungen oder Teilbebauung variieren die Gesamtnettogeschossfläche und damit auch der Kostenrahmen.

 

Anmerkung:

Der Kostenrahmen wird aus statistischen Kostenkennwerten ermittelt. In diesen Kostenkennwerten sind neben den Kosten für Erschließung auch die Kosten für Gebäudetechnik enthalten. Sie beziehen sich auf einen Quadratmeter der Bruttogeschossfläche bzw. Nettogeschossfläche. In unserem Fall entstehen ausschließlich Nettogeschossflächen, da auf die vorhandene Erschließung zurückgegriffen wird. Auch WC-Anlagen sind bereits vorhanden. Der für den Anbau Nordfassade ermittelte Kostenrahmen wurde aus einer Annäherung des Kennwertes BGF zu NGF ermittelt.

 

Fazit: Die entstehenden Flächen sind für den Zweck der Ganztagsschule ausreichend und zudem zukunftssicher (Raumreserve). Die Mittagsbetreuung muss nicht ausgelagert werden. Außerdem ließe es der Anbau zu, dass Erdgeschossräume einer Fremdnutzung zugeführt werden könnten (hinsichtlich der Zugänge funktional trennbar). Ein weiterer Vorteil dieser Variante ist die Einbindung der anstehenden Kellerwand- und Fassadensanierung der Nordseite, sowie die Schaffung einer Aufzuganlage. Die Kosten für diese Maßnahmen sind in oben genanntem Kostenrahmen einkalkuliert. Somit müsste von den dringend erforderlichen Sanierungsmaßnahmen nur noch die Sanierung der Süd-Fassade (WDVS+Fenster), mit Kosten in Höhe von 230.000 Euro erfolgen.

 

Beide Lösungen, sowohl die kompletten Aufstockung des Dachgeschosses, als auch der Anbau der Nordfassade erfüllen das von der Regierung als „förderfähig“ festgelegte Raumprogramm mit der kompletten Fläche von 600 m². Dies bedeutet eine maximale Ausschöpfung der Förderfähigkeit nach Fördersatz FAG und FAG15plus.

 

Einziger Nachteil ist eine erschwerte Bauabwicklung im laufenden Betrieb und Beeinträchtigung des Schulablaufes.

 

Nachfolgend die betrachteten Lösungsansätze in der Tabelle zusammengefasst:

Bauliche Maßnahme

 

 

Fläche

 

 

Geförderte

HNF

 

Kosten-rahmen

(KG 200-700)

Voraus-sichtliche Förderung

Zusätzliche Maßnahmen
 (energ. San.) Aufzugsanlage

Gesamtsumme

Eigenanteil Investitions-kosten

Eigenanteil Investitions-kosten / qm

Neubau Mittagsbetreuung „Forellenstraße“

BGF 1.000 m²
NGF 600 m²

2,90 Mio. EUR

 

(Kosten/BGF

2.900 EUR)

----

550.000 EUR
130.000 EUR

3,58 Mio. EUR

BGF 3.580 EUR
NGF 6.000 EUR

Neubau Solitärgebäude auf dem Schulgelände

BGF 800 m²
NGF 500m²

2,32 Mio. EUR

 

(Kosten/BGF

2.900 EUR)

----

550.000 EUR
130.000 EUR

3,00 Mio. EUR

BGF 3.750 EUR
NGF 6.000 EUR

Dachgeschoss Aufstockung komplett inkl. Aufzug

BGF 1.200 m²
NGF 720 m²

600 m²

3,90 Mio. EUR

 

(Kosten/BGF

3.250 EUR)

830.000 EUR

550.000 EUR

3,62 Mio. EUR

BGF 3.000 EUR
NGF 5.000 EUR

DG West inkl. Aufzug,
nur als erster Bauabschnitt zu betrachten

BGF 600 m²
NGF 360 m²

300 m²

1,95 Mio. EUR

 

(Kosten/BGF

3.250 EUR)

450.000 EUR

550.000 EUR

2,05 Mio. EUR

BGF 3.400 EUR
NGF 5.700 EUR

Anbau Nordfassade
4 Vollgeschosse
KG, EG 1. OG, 2.OG
inkl. Aufzug

BGF 1.200 m²
NGF 1.050 m²

600 m²

3,72 Mio. EUR

 

(Kosten/BGF

3.100 EUR)

830.000 EUR

230.000 EUR

3,12 Mio. EUR

BGF 2.600 EUR
NGF 3.000 EUR

 

 

Zusammenfassendes Ergebnis

 

Vergleicht man die einzelnen Lösungsansätze, die zu einer Umsetzung der „gebundenen Ganztagsschule“ führen und berücksichtigt zudem die dringend notwendigen baulichen Maßnahmen, so kann folgendes Resümee gezogen werden.

Bei der Umnutzung vorhandener Räume im UG ohne zusätzliche Erweiterung der Grundschule wird vorerst der notwendigste Raumbedarf für die Ganztagsschule erfüllt. Allerdings führt dies in den nächsten Jahren erneut zu einem räumlichen Engpass und behebt die derzeit vorhandenen Übergangslösungen mit Containerbau, Nutzung der Umkleideräume zur Differenzierung etc. nicht.

Die notwendigen Sanierungsmaßnahmen an der Grundschule müssen dennoch zeitnah umgesetzt werden und fallen mit anfänglich 550.000 Euro zuzüglich 130.000 Euro für die Aufzugsanlage ins Gewicht.

Der Neubau für eine Mittagsbetreuung wird staatlich nicht gefördert, so dass die Investitionskosten für einen Neubau zuzüglich der Kosten für die Sanierung des Grundschulkomplexes komplett von der Stadt getragen werden müssen.

Insofern präsentiert sich dieses Modell, trotz der etwas geringeren Kosten für die Stadt Grafing in Bezug auf die Nutzflächen, nicht als wirtschaftlich.

 

Eine bauliche Erweiterung der Grundschule präsentiert sich zukunftssicher, was Raumnutzung, Schülerzahl, veränderte pädagogische Schulformen und den zunehmenden Bedarf einer ganztägigen Betreuung angeht. Zudem erfüllt die Erweiterung das festgelegte förderfähige Raumprogramm und ermöglicht eine maximale Ausschöpfung der Förderfähigkeit.

 

Im Gegensatz zur Aufstockung des Dachgeschosses mit einer 1.200 m² überbauten Bruttofläche und einer daraus resultierenden Nettofläche von 720 m², wird mit dem Anbau an die Nordfassade mit der geplanten Bruttofläche von 1.200 m² eine größere Nettofläche von 1.050 m² erreicht, da Nebennutzflächen wie Verkehrswege, WCs und die vertikale Erschließung mit ausreichenden Fluchtwegen bereits vorhanden sind.

Zudem muss mit der Variante Dachgeschoss die anstehende Fassadensanierung und Sanierung des Untergeschosses zusätzlich erfolgen, mit Anbau der Nordfassade erübrigt sich zumindest die Fassadensanierung Nord und die Sanierung des Untergeschosses.

 

Dies bedeutet im direkten Kostenvergleich: Die Investitionskosten für das Modell Fassadenanbau fallen geringer aus mit einem deutlichen Mehrgewinn an Räumen. Unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Förderung und Anrechnung der zusätzlichen, notwendigen Sanierungsmaßnahmen zeigt sich der Anbau der Nordfassade eindeutig als das wirtschaftlichste Modell.

 

Anmerkung:

Für einen Besucher, aus Richtung Ebersberg kommend, präsentiert sich der Gebäudekomplex der Grund- und Mittelschule mit Sicht auf die Nordfassade als eines der ersten Gebäude beim Blick auf Grafing. Das Gebäude hat hier eine auffällige Fernwirkung für das Stadtbild.

Das Grundschulgebäude hat sich seit Bestehen im Jahre 1954 in der äußeren Erscheinung, bis auf den Turmanbau von 1994 nicht verändert. Das Arbeiten im Schulgebäude die Schüleranzahl und die Menschen selbst unterziehen sich jedoch ständig einem zeitlichen Wandel und Weiterentwicklung. Eine neue Architektur an der Nordfassade der Grundschule wird das Stadtbild im positiven Sinn verändern.

 

Hinweis:

Die Stadt als öffentlicher Auftraggeber (§ 98 Nr. 1 GWB) ist bei der Vergabe freiberuflicher Dienstleistungen oberhalb der EU-Schwellenwerte (seit 01.01.2014: 207.000,-- €) zur Anwendung der Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF) verpflichtet (§ 5 VgV). Der Auftragswert der Architektenleistungen überschreitet angesichts der vorläufigen Kostenermittlung (§ 3 VgV, § 1 Abs. 2 VOF) den EU-Schwellenwert, weshalb die Vergabe dieser Leistungen nach den Vergabevorschriften der VOF (offenes Verfahren) erfolgen muss. Eine strikte Verpflichtung zur Beachtung der vergaberechtlichen Vorschriften ist auch Voraussetzung für die staatlichen Zuwendungen.

 

 

Die Ausschussmitglieder bedankten sich für die durchdachte und umfassende Ausarbeitung sowie die Gegenüberstellung der Kosten. Die Kosten sowie die Synergieeffekte sprechen deutlich für die Variante „Anbau Nordfassade“. Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss sprach sich einstimmig für diese Variante aus.

 

Da die Variante „Anbau Nordfassade“ zu Lasten der Schulhofgröße geht, wurde in der weiteren Beratung von einem Ausschussmitglied darum gebeten, hier nochmals Möglichkeiten über eine Neugestaltung bzw. evtl. Ersatzstandorte zu untersuchen.

 

Von einem weiteren Ausschussmitglied wurde die Möglichkeit einer multifunktionalen Nutzung des Gebäudes mit in die Diskussion gebracht. Da die Schule bereits gegen 15.30 Uhr endet, stünde das Gebäude noch für anderweitige Nutzungen zur Verfügung. Derzeit ist in der Stadt auch das Vorhaben „Musikschule / VHS“ aktuell. In diesem Zusammenhang wurde es als vorstellbar bezeichnet, das Schulgebäude nach Schulende als Musikschule zu nutzen. Ferner wurde die Meinung vertreten, dass Multifunktionalität künftig bei allen Neubauten ein Thema sein muss. Dies wurde damit begründet, dass viele Gebäude in der Einrichtung und im Unterhalt viel Geld kosten und auch viel Platz benötigen. Als Negativbeispiel wurde der Mensa-Bau bezeichnet. Abschließend wurde vorgeschlagen, den Beschluss dahingehend zu ändern, dass dem Architekturbüro aufgetragen wird, die Möglichkeiten einer multifunktionalen Nutzung, insbesondere, aber nicht nur, auf die Musikschule ausgerichtet, zu untersuchen.

 

Im Zusammenhang mit der Überlegungen für die VHS / Musikschule wurde aus der Mitte des Ausschusses weiter zu überlegen gegeben, den Anbau an der Nordseite gleichzeitig mit einem Dachgeschossausbau zu verbinden. Unterstellt man die angegebenen Kosten von 3.000 €/m² NGF, dann könnte dort mit vergleichsweise geringen Mittelaufwand eine erhebliche Raumkapazität geschaffen werden. Man erklärte, dass für die Aufstockung erhöhte Kosten anfallen (ca. 5.000,-- €/m² NGF). Schließlich verständigte man sich dann darauf, dass die sich ergebenden Möglichkeiten im Rahmen der Vorhabenplanung noch ergänzend zu untersuchen sind.

 

Von der Ersten Bürgermeisterin wurde die Beschlussergänzung aufgenommen und das Gremium wurde zur Abstimmung aufgerufen.

 


Nach Sachvortrag und kurzer Beratung beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Stadtrat folgende Beschlussfassung zu empfehlen:

 

1.   Die Errichtung der notwendigen Betreuungsräume für die gebundene Ganztagesschule an der Grundschule wird durch einen (profilgleichen) Anbau an der Nordfassade umgesetzt (Maßnahmenbeschluss).

 

2.   Da durch den Anbau der Verkehrsübungsplatz im Schulhof entfällt, ist nach Möglichkeit eine Verlegung vorzusehen, vorrangig auf das Grundstück Fl.Nr. 274/1 der Gemarkung Öxing (östlich des bestehenden Parkplatzes Kapellenstraße/Bgm.-Schlederer-Straße). Die Umsetzbarkeit und die Kosten sind zu ermitteln.

 

3.   Die Durchführung des Vergabeverfahrens für die Architektenleistungen (VOF) sind einem Fachbüro zu übertragen. Die Verwaltung wird zur Bestimmung und Auftragserteilung des Fachbüros ermächtigt.

 

4.   Die Möglichkeit einer multifunktionalen Nutzung ist im weiteren Planungsverfahren zu untersuchen.